Bitterer Realitäts-Check in Regensburg

Bitterer Realitäts-Check in Regensburg

Für die HBC Men war an diesem Wochenende bei der SG Regensburg nichts zu holen. Nach dem Comeback beim Saisonauftakt gegen Coburg in der Vorwoche wussten wir, dass die Aufgabe in Regensburg eine andere sein würde. Die Gastgeber, die sich vor der Saison personell verstärken konnten, gelten als Mitfavorit auf den Aufstieg und hatten angekündigt, ihren Heimauftakt in der Liga erfolgreich zu gestalten. Eigentlich beste Voraussetzungen für uns: Als Aufsteiger nach Regensburg fahren, mit nichts zu verlieren alles in die Waagschale werfen und die SG so lange wie möglich ärgern. Das war zumindes unsere Zielsetzung. Doch ohne Keeper Michi Haßferter, Kreisläufer Max Maußner und Abwehrspezialist Dave Rößl war uns auch klar, dass von uns eine außergewöhnliche Leistung kommen musste, um mitzuhalten.

Und gleich zu Beginn des Spiels wird klar, dass es enorm schwierig sein wird hier etwas zu holen. Wir starten hochmotiviert, doch können sehr wenig von unseren Ambitionen auf das Spielfeld bringen. Uns fehlt in der Defensive die Höhe und Intensität in den Zweikämpfen und so reichen die Auslösehandlungen des gegnerischen Rückraums, um uns zu überspielen oder in defensive Isolationen zu drücken. Im Angriff fehlt uns die Leichtigkeit und Tiefe in den Zweikämpfen. Dazu kommt, dass die gegnerische Defensive sehr gut auf uns eingestellt ist und unseren Angriffen im Keim das Tempo nimmt. Dadurch geraten wir in zu viele Zweikämpfe jenseits der neun Meter und verlieren zu viele Bälle im Spielaufbau. Dieses Bild spiegelt sich 1 zu 1 im Spielstand wieder, erst nach einem 5:0 kommen wir über KreisläuferEric Wein zu einem ersten Treffer. Beim Stand von 8:1 nach nur 8 Minuten sieht sich Coach Mittag zu einem ersten Timeout gezwungen und appelliert daran, wie wir uns präsentieren wollen. In dieser Phase zeigt sich, dass wir den Gastgebern heute nicht gewachsen sind und es eine reine Frage der Einstellung ist, wie wir das restliche Spiel gestalten wollen. Die Ansprache kommt an, wir schaffen es aber nicht, den Regensburger Lauf zu stoppen. Erst in der fünfzehnten Minuten erzielt Marco Strauß unser zweites Tor zum 11:2. Stefan Mittag schöpft unsere Optionen aus, bringt mit Imre Blümchen und Lenny Bauer zwei junge Spieler in die Partie. Bis zur 26. Minute (19:5) laufen wir aber weiter überwiegend hinterher, dank ein paar sehenswerten Paraden von Önder Toprak ist der Rückstand nicht noch größer. Florian Murrmann gelingt in der 27. Minute noch der Treffer zum Halbzeitstand von 19:6 und dann geht es in die Kabine.

In der Halbzeitansprache macht und Mittag deutlich, woran es aktuell fehlt und besinnt uns auf unsere Stärke. Dass das Spiel nicht mehr zu holen ist, ist mittlerweile klar. Die Frage ist, wie wir uns präsentieren und was wir aus dem restlichen Spiel mitnehmen wollen.

Tatsächlich starten wir wesentlich verbessert in Halbzeit zwei mit zwei Treffern in Folge. In der Offensive schaffen wir es jetzt mehr, Tempo in unser Spiel zu bringen und dadurch bessere Wurfchancen zu erarbeiten. Die Abwehr ist etwas griffiger, wir geben dem gegnerischen Rückraum mehr Kontakt bei Abschlüssen und helfen damit Keeper Oli Reichel, der ein oder anderen Ball zu halten. Benni Grüger trifft nach 37 Minuten zum 23:9. Am Kreis holt Eric Wein in der zweiten Hälfte einige Siebenmeter raus. Auf diese Weise kommen wir zum 23:11 durch Tiago Couto nach 41 Minuten. Doch darauf laden wir die Regensburgerdurch eigene Fehler wieder zu vier Treffern in Folge ein und Stefan Mittag nimmt nach 44 Minuten beim Stand von 28:12 seine zweite Auszeit des Spiels. Danach geht es ausgeglichen weiter, wir arbeiten an dem Minimalziel, weniger als 40 Gegentreffer zu bekommen und Imre Blümchen kann sich mit dem 35:17 zum ersten Mal in unsere Torschützenliste eintragen. Danach ändert sich wenig und beim Abpfiff steht ein 37:18 auf der Anzeigetafel.

Es ist uns klar, dass die Regionalliga ein anderes Niveau bietet und dass noch einige vergleichbar schwierige Spiele auf uns warten. Unsere Aufgabe ist jetzt, im Training daran zu arbeiten, dass so etwas wie die erste Halbzeit nicht wieder passiert. Mit dem TSV Lohr kommt am Sonntag, den 5.10., die nächste Aufgabe nach Nürnberg. Wir wollen gegen die Gäste, die seit vielen Jahren in der Regionalliga auflaufen und sich zuletzt als Lohrer Füchse neu erfunden haben, die Chance nutzen, einiges besser zu machen als gegen Regensburg.Wieder zuhause und mit unseren Fans im Rücken hoffen, uns weitere Punkte in dieser jungen Saison erarbeiten zu können.

Für den HBC spielten: Toprak, Reichel (beide Tor), Halmen, Stummvoll, Grüger (1), Schlosser, Strauß (1), Weltzien (3), Murrmann M., Murrmann F. (2), Couto (6/4), Mittag, Bauer, Wein (4), Imre (1), Zahn

Titel-Foto: Christian Brüssel